Wie Privatmarktanlagen Ihr Portfolio bereichern

Privatmarktanlagen versprechen höhere Renditen als Anlagen an öffentlich kotierten Märkten. Aber sie sind illiquide und verlangen daher eine Einbettung in ein langfristiges Anlagekonzept wie UBS Wealth Way.



Frédéric Wüthrich, Leiter RTN Region Basel, UBS Wealth Management Schweiz


Was sind Privatmarktanlagen?

Der Begriff Privatmärkte (auch Private Markets genannt) umschreibt verschiedene Anlagekategorien, die eines gemeinsam haben: Die Investitionen sind illiquid, die Anteile können also nicht über eine öffentliche Börse gehandelt werden. Als Anleger investiert man nicht am Sekundärmarkt, sondern direkt in einzelne Unternehmen oder Projekte. Zu diesen Anlagekategorien zählen wir unter anderem: – Private Equity – Investitionen in Firmen, die nicht an einer Börse kotiert sind. – Private Debt – Anleihen, die nicht an einer Börse kotiert sind. – Private Real Estate – nicht kotierte Immobilienprojekte. – Private Infrastructure – Investitionen in nicht öffentlich handelbare Infrastrukturanlagen.

Durch den fehlenden geregelten Markt gibt es für Privatmarktanlagen keine permanente Kursstellung. Die verfügbaren Informationen sind spärlich, und das Aushandeln und die Ausführung von Transaktionen benötigen Zeit. Doch genau diese Herausforderungen und der exklusive Zugang machen diese Anlageklasse so attraktiv.

Unabhängige Renditequellen als Chance

Privatanlagen eröffnen den Zugang zu einem breiteren Anlageuniversum, das in traditionellen Anlageklassen nicht verfügbar ist. Sie bieten deshalb die Möglichkeit, neue und in der Regel vom existierenden Portfolio unabhängige Renditequellen zu erschliessen.

Für die mehrjährige Kapitalbindung wird der Anleger mit einer Illiquiditätsprämie entschädigt. Diese beruht auf der Fähigkeit des Fondsmanagers, unabhängig von kurzfristigen Marktentwicklungen und dem Druck von Investoren einen langfristigen Wertzuwachs zu erzielen. Zudem mindert der Diversifikationseffekt das Gesamtrisiko des Portfolios. Die Kategorie Private Equity zum Beispiel ist eine wichtige Kapitalquelle für innovative Unternehmen. Deshalb können diese Anlagen für Investoren eine weitere Möglichkeit bieten, auf längerfristige Wachstumsthemen wie 5G, Fintech, Healthtech und Greentech zu setzen.

Um die potentiellen Vorteile von Privatmarktanlagen voll zu nutzen, ist es nach wie vor wichtig, über Strategien und Auflegungsjahre hinweg zu diversifizieren. Bei Anlagen in Private-Equity-Fonds müssen Anleger unter Umständen nach einem zuvor vereinbarten Zeitplan Geld bereitstellen. Dies erfordert eine gute Liquiditätsplanung.

Worauf muss bei Privatmarktanlagen geachtet werden?

Anders als mit Börsen kotierte Wertschriften benötigt der Aufbau eines diversifizierten Privatmarktportfolios mehrere Jahre, weil die Fondsmanager das Kapital über die Zeit in ausgewählte privat gehaltene Unternehmen und Projekte investieren. Mit der langen Laufzeit und der Illiquidität der Anlageklasse sind Risiken verbunden. Die Anleger müssen in der Lage sein, die zusätzlichen Risiken von Privatmarktanlagen zu verkraften. Zudem delegiert der Anleger die Anlageentscheidungen an einen professionellen Portfoliomanager und hat entsprechend weniger Kontrolle und Transparenz. Anleger vertrauen auf die Fähigkeiten des Fondsmanagers und können die effektive Rendite erst nach mehreren Jahren evaluieren. Wie viele Fondslösungen bieten auch Privatmarkt-Fondslösungen keinen Kapitalschutz, womit das Restrisiko besteht, den gesamten Wert der Anlage zu verlieren. Sie sind in der Regel auch mit höheren Gebühren und Transaktionskosten verbunden als Anlagen an den öffentlichen Märkten.

Wie passen Privatmarktanlagen in mein Portfolio?

Heute können langfristig orientierte Privatanleger, die nur einen begrenzten kurzfristigen Liquiditätsbedarf haben, in professionell verwaltete Fondslösungen investieren. Die Risikomerkmale des Gesamtportfolios sollten dabei erhalten bleiben. Das Anlagekonzept UBS Wealth Way hilft Anlegerinnen und Anlegern zu bestimmen, welchen Anteil ihres Anlagevermögens sie den privaten Märkten zuweisen sollen und wie sie robuste Portfolios konstruieren, mit denen sie sowohl ihre eigenen Lebensziele wie auch jene der nächsten Generation erreichen können. Dabei wird das Vermögen in drei Strategien aufgeteilt: Liquidität. Langlebigkeit. Weitergabe.

  • Die Liquiditätsstrategie ist darauf ausgelegt, kurzfristige Bedürfnisse zu erfüllen und gleichzeitig den Anleger davor zu bewahren, in Zeiten von Marktvolatilität Vermögenswerte zu veräussern und damit vorübergehende Verluste dauerhaft zu realisieren.

  • Die Langlebigkeitsstrategie soll helfen Lebensziele zu erfüllen. Demnach benötigen Sie ein Portfolio, das den Ausgabenbedarf während Ihrer Lebenszeit abdeckt, um das Risiko zu verringern, später im Leben zur Reduzierung Ihrer Ausgaben gezwungen zu sein.

  • Die Weitergabestrategie bezieht sich auf das Vermögen, das über diejenigen Mittel hinausgeht, die zur Erfüllung der Lebensziele einer Generation erforderlich sind. Diese Strategie konzentriert sich auf die Maximierung des Vermögens und dessen Weitergabe an nächste Generationen und für wohltätige Zwecke.

Wir betrachten Privatmarktanlagen als eine Schlüsselkomponente sowohl in der Langlebigkeits- als auch der Weitergabestrategie.